Retail News
(Bildquelle: Bild: Canva Pro (lizenzierte Nutzung))
Der Juli verlief für den deutschen Einzelhandel schwächer als erwartet. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen die Umsätze gegenüber dem Vormonat nominal um rund 1,0 Prozent zurück. Preisbereinigt fiel das Minus mit 1,5 Prozent sogar noch deutlicher aus. Besonders betroffen sind der Lebensmittelhandel (–1,8 %) sowie der Online- und Versandhandel (–3,8 %).
Branchenkenner hatten mit einem milderen Rückgang gerechnet. Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei Hauck Aufhäuser Lampe, spricht von einem „Rückschlag“: „Eigentlich müssten steigende Realeinkommen den Konsum ankurbeln. Aber die Sorge um die eigene Arbeitsplatzsicherheit bremst derzeit.“ Auch Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank warnt: „Das sind schlechte Nachrichten nicht nur für den Handel, sondern auch für die deutsche Konjunktur insgesamt.“
Interessant: Im zweiten Quartal stiegen die Reallöhne um durchschnittlich 1,9 % – der neunte Quartalszuwachs in Folge. Nominal legten die Gehälter sogar um 4,1 % zu, während die Preise nur um 2,1 % stiegen. Besonders hohe Anstiege gab es bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern (+7,6 %), während Handel, Verkehr und Energieversorgung kaum Zuwächse verzeichneten. Trotzdem kommt von der höheren Kaufkraft bislang wenig im Einzelhandel an.
Einordnung für den Handel
Für den stationären Handel bedeutet die aktuelle Konsumzurückhaltung, dass selbst steigende Einkommen nicht automatisch zu mehr Umsatz führen. • Lebensmittelhändler müssen sich auf eine anhaltende Preissensibilität einstellen. • Online-Shops sehen nach Jahren des Booms erstmals Rückgänge. • HR und Recruiting im Retail: Sinkende Umsätze wirken sich mittelfristig auch auf Personalbudgets aus. Der Branchenverband HDE erwartet für das Gesamtjahr zwar ein Umsatzplus von 2 %, inflationsbereinigt dürfte es jedoch lediglich bei +0,5 % liegen.
Quelle:
Dieser Artikel basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes sowie Berichten von Tagesschau.de.